Liebe Leserinnen und Leser,

kaum zu glauben: In Schulen und Hochschulen reden alle über Künstliche Intelligenz, über die Auswirkungen sozialer Medien und Unterricht im Zeitalter der Digitalisierung – und in vielen Lehramtsstudiengängen ist digitale Medienkompetenz immer noch nicht verpflichtender Bestandteil der Curricula. Beispiel Lehramt für Gymnasium: Im Wintersemester 2024/25 lag der Anteil der lehrerbildenden Hochschulen ohne verpflichtende Verankerung für alle Lehramtsstudierenden bei 34 Prozent, berichtet das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Immerhin: Die weißen Flecken digitaler Medienkompetenz werden laut neuem "Monitor Lehrkräftebildung“ weniger. Dafür – festhalten – gibt es bislang nur ein einziges Bundesland, das Künstliche Intelligenz als Querschnittsthema im Lehramtsstudium per Landesvorgabe festschreibt: Rheinland-Pfalz. Und: "Nur an rund einem Viertel der Standorte gab es für Lehramtsstudierende optionale Angebote, in denen KI ein Schwerpunktthema darstellt“, konstatiert das CHE. "Die Daten zeigen: Bei KI-Kompetenzen im Lehramtsstudium stehen wir noch am Anfang.“ 

Die heutige Lehrkräftebildung entscheidet mit über die Kompetenzen der Berufsanfänger in einem guten halben Jahrzehnt. Unabhängig von allen Sprüngen, die KI & Co bis dahin noch machen dürfen: Schon heute bilden wir die Lehrkräfte von morgen für eine Schule von gestern aus.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre dieses Newsletters.

Ihr Jan-Martin Wiarda

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Heute von Insa Großkraumbach, Leiterin der Abteilung "Tertiäre Bildung" beim Wissenschaftsrat:

"Ich wünsche mir Gestaltungsfreude! – Ein Wissenschafts- und Bildungssystem, das auch und gerade in Krisenzeiten getragen wird von einer klaren, gelassenen Positionierung der verschiedenen Akteure, die gemeinsam etwas vorantreiben und sich dabei von überkommenen Reflexen und Strukturen lösen können."

Foto: David Ausserhofer.
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