Liebe Leserinnen und Leser,

der CDU-Haushaltspolitiker Carsten Körber sagt, persönlich halte er es inzwischen für wahrscheinlicher, dass die BAföG-Reform erst zum Sommersemester 2027 startet. Das Problem ist, dass sowohl SPD als auch Union bislang Anderes beteuert hatten: Es bleibt bei der Abmachung im Koalitionsvertrag, die Erhöhung der Wohngeldpauschale kommt als erster Schritt zum Wintersemester 2026/27. Doch schon seit Monaten streiten sich die Koalitionspartner um die Erhöhung, die Zeit wird immer knapper. Zu knapp? Unterdessen steigen die Mieten gerade in den Hochschulstädten weiter. Lesen Sie in meinem Bericht, wie die SPD reagiert – und warum es für beide Seiten ums Prinzip geht. 

Außerdem möchte ich Sie diese Woche auf meinen Essay über die trügerische Sehnsucht nach dem vermeintlichen Kern der Wissenschaft hinweisen, der erfreulicherweise zu einer munteren Debatte hier im Blog und anderswo geführt hat. Dann ist da mein Interview mit der Ökonomin Kamila Cygan-Rehm über die biografischen Folgen monatelanger Unterichtsausfälle; ich kommentiere den voraussichtlichen Abschied von Theresa Schopper als Bildungsministerin in Baden-Württemberg und sage, warum der bundesweit bedeutsam ist. In Hinblick auf eine großzügig finanzierte Forschungsanlage in Sachsen suche ich nach der wissenschaftlichen Begründung. Im Gastbeitrag warnt Lothar Zechlin derweil vor den Folgen eines überdehnten Antisemitismusverständnisses in der Hochschulpolitik. Und ich bin der Frage nachgegangen, wie es jüdischen Studierenden an deutschen Hochschulen geht. 

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre dieses Newsletters!

Ihr Jan-Martin Wiarda

Uneinig, wie einig man sich ist

Erstmals bringt ein CDU-Haushälter im BAföG-Streit eine Verschiebung der Reform ins Spiel – während seine SPD-Kollegin optimistisch von der Einigung auf einen Weg spricht.

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Abschied einer leisen Treiberin

Mit Theresa Schopper verlässt nun wohl auch die einzig verbliebene Initiatorin von "Bessere Bildung 2035“ die Bildungsministerkonferenz. Was das bedeutet.

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Die trügerische Sehnsucht nach dem "Kern" der Wissenschaft

Die Kritik an zu viel Normativität und gesellschaftlichem Engagement in der Wissenschaft ist doppelt falsch. Sie schwächt die Qualität der Forschung – und nützt denen, die Wissenschaft politisch begrenzen wollen. Ein Essay.

Ein paar Monate keine Schule, ein Leben lang weniger Geld?

Verpassen Kinder mehrere Monate Unterricht, können ihre Leistungen sogar noch im Erwachsenenalter schlechter ausfallen. Die Ökonomin Kamila Cygan-Rehm wies dies an Schulausfällen der 1960er Jahre nach.

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Angst, Anfeindungen, "kodierter" Antisemitismus

Antisemitische Vorfälle bestimmen nicht allein das Klima an den Hochschulen für jüdische Studierende. Ihre jüdische Identität wird dauernd politisiert, sie müssen sich erklären oder ideologisch positionieren. Eine Analyse. 

"Eine extreme Belastung"

Jüdische Studierende möchten sich ganz normal an den deutschen Hochschulen bewegen, sagt Ron Dekel, der Präsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland, JSUD, im Interview. Es herrsche aber ein Gefühl allgegenwärtiger Bedrohung.

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Die Folgen der Empörung

Der Streit um die Kunstakademie Düsseldorf zeigt, wie ein überdehntes Antisemitismusverständnis die Hochschulen unter Druck setzen kann. Auf der Strecke bleiben Differenzierung und Freiheitsräume für Kunst und Wissenschaft. Ein Gastbeitrag von Lothar Zechlin.

"Wissenschaftlich nicht nachvollziehbar"?

Viel Steuergeld fließt an ein Forschungslabor in Hoyerswerda, das die Mobilität der Zukunft entwickeln soll. Die Region ist begeistert. Doch Kritiker zweifeln, ob das Vorhaben die hohen Investitionen rechtfertigt.

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Alles außer Geld ­-
Mein Wunsch an die
Bildungsrepublik

Heute von Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin:

"Mein Wunsch wäre, dass der Schule etwas einfällt, wie Lernende zu einem reflektierten und kritischen Umgang mit KI-generierten Texten gelangen können. Denn sonst verkümmert das Selber-Denken, und niemand mehr findet seinen eigenen Ausdrucksstil, um sich – über Alltagsgeplänkel in den sozialen Netzwerken hinaus – mitzuteilen und andere für sich zu interessieren“. 


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