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Liebe Leserinnen und Leser,
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es waren wissenschaftspolitisch denkwürdige Tage. Die KMK-Wissenschaftsministerkonferenz und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) haben ihre Regelwerke abwehrbereit gemacht für den Fall, dass eine AfD-Landesregierung versuchen sollte, den Föderalismus zu blockieren. Die Beschlüsse waren weitreichender, als man vor kurzem noch zu hoffen gewagt hatte. Jetzt stellt sich die Frage: Was unternimmt eigentlich die KMK-Bildungsministerkonferenz, die für Schulen & Co zuständig ist?
Außerdem lesen Sie in dieser Woche über eine BAföG-Einigung, die Erleichterung und Enttäuschung hinterlässt und politischen Schaden. Ich habe Wissenschaftler gefragt, was sie von den Homeschooling-Ankündigungen der AfD halten, und ich kommentiere, warum das 100-Tage-Programm der Partei für Sachsen-Anhalt, würde es tatsächlich umgesetzt, für die AfD nach hinten losgehen könnte. Im Gastbeitrag von Josef Schrader und Jonathan Kohl schließlich geht es um die dringendsten Befunde im neuen Bildungsbericht zur Zukunft der Weiterbildung.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre dieses Newsletters!
Ihr Jan-Martin Wiarda
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Wenn aus "zeitnah" womöglich "zu spät" wird
Die Wissenschaftsminister haben ihre Konferenz gegen mögliche AfD-Blockaden abgesichert. Und was machen die Bildungsminister?
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Die Beweisliste
Sonderklassen, Förderstopp, Schulen auf Linie: Das 100-Tage-Programm der AfD für Sachsen-Anhalt zeigt, was die Partei nach einem Wahlsieg vorhätte. Seine Umsetzung böte einen ungewöhnlich klaren juristischen Hebel gegen sie. Ein Kommentar.
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Wie weiter mit der Weiterbildung?
Während die Debatte über den Bildungsbericht vor allem auf Kinder und Schulen blickte, blieben zentrale Befunde zu Erwachsenenbildung und Qualifizierung nahezu unbeachtet. Was es jetzt bräuchte. Ein Gastbeitrag von Josef Schrader und Jonathan Kohl.
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Mehr Homeschooling erlauben? Das sagen Wissenschaftler zum AfD-Plan, mehr Kinder zu Hause zu unterrichten
Privatunterricht daheim ist in vielen Ländern üblich. Die AfD möchte das jetzt auch für Sachsen-Anhalt. Forscher sehen dahinter andere Motive als nur Bildung der Kinder.
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Der große Forschungsföderalismus-Wurf
Nach der Sonder-Wiss-MK zieht die GWK nach. Bund und Länder sichern ihre gemeinsame Wissenschaftsfinanzierung gegen Blockaden, Austritte und ausfallende Landesanteile ab. Was in dem Beschluss steht: ein erster Überblick.
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Ein Wendepunkt im Wissenschaftsföderalismus – und eine Notbremse
Wie die Wissenschaftsministerkonferenz ihr Einstimmigkeitsprinzip aufweicht, um sich gegen mögliche AfD-Blockaden zu wappnen, und warum der schwierigere Test erst noch folgt.
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Reform mit "Wermutstropfen"
Die BAföG-Novelle soll endgültig kommen, allerdings nicht vollständig zum ursprünglich vereinbarten Zeitpunkt. Der Kompromiss beendet einen Koalitionsstreit, hinterlässt Erleichterung – und politischen Schaden.
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Prien will in Brüssel über Social Media sprechen
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) reist heute nach Brüssel, um mit Vertretern der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments über einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt zu beraten. Im Mittelpunkt stehen die Empfehlungen, die am Montag das von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingesetzte Expertenpanel präsentiert hat – und die entsprechenden Ergebnisse der von Prien beauftragten Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt", die vor drei Wochen veröffentlicht wurden. Beide Gremien wiesen "klar in dieselbe Richtung", sagte Prien vorab. Was nicht überrascht, waren ihre Arbeiten doch eng miteinander verzahnt: So gehörte der Ko-Vorsitzende des europäischen Panels, der deutsche Kinder- und Jugendpsychiater Jörg M. Fegert, auch der deutschen Kommission an.
"Jetzt kommt es darauf an, zügig konkrete europäische Maßnahmen abzuleiten", sagte Prien weiter. Es bestehe ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass für Kinder und Jugendliche besondere Schutzstandards gelten müssten. "Es spricht viel dafür, eine einheitliche europäische Altersgrenze von 13 Jahren für die eigenständige Nutzung sozialer Medien ins Auge zu fassen."
Gleichzeitig seien nationale Alleingänge bei der Regulierung großer Plattformen nur begrenzt möglich. "Deshalb brauchen wir Klarheit darüber, auf welchem Rechtsweg die Europäische Kommission ein Mindestalter für soziale Netzwerke umsetzen will und welchen Zeitplan sie dafür vorsieht. Zugleich brauchen wir klare Regeln, eine konsequente Durchsetzung des Digital Services Act und europaweit einheitliche Schutzstandards." Die großen Plattformen müssten ihrer Verantwortung endlich gerecht werden. "Es gibt keinen Grund, notwendige Schutzmaßnahmen weiter aufzuschieben."
Was genau die deutsche Kommission empfohlen hatte, können Sie hier noch einmal nachlesen. Direkt nach der Veröffentlichung hatte Prien einen deutschen Alleingang nicht ausgeschlossen – "für den Fall, dass auf europäischer Ebene keine ausreichenden und zeitnahen Fortschritte erzielt werden sollten". Der öffentliche Druck, Ergebnisse zu liefern, ist groß. In Brüssel wird sich nun zeigen, ob aus dem parallelen Problembefund auch ein gemeinsamer europäischer Fahrplan wird.
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In eigener Sache: Kostenpflichtiger Archivzugang
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Alles außer Geld - Mein Wunsch an die Bildungsrepublik
Heute von Eva Barlösius, Sprecherin des Forums Wissenschaftsreflexion an der Universität Hannover:
"Akademische Selbstverwaltung als umfassende Aufgabe der Mitwirkung an wissenschaftseigenen Institutionen ist durch Bürokratisierung, übersteigerte Kompetitivität, geringe Ressourcen, mangelnde Anerkennung so stark belastet, dass sie oft als lästige Pflicht erledigt wird. Es sollten Voraussetzungen dafür geschaffen werden, diese Aufgabe verantwortungsvoll und engagiert wahrnehmen zu können. Dies würde die Resilienz der Wissenschaft gegenüber Angriffen enorm erhöhen."
Foto: privat.
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